Das Pfarrleben von La Broque ist seit 1678 dokumentiert, dem Datum der ältesten erhaltenen Pfarrregister (zu den ältesten des oberen Breuschtals gehörend), geführt auf Latein und dann auf Französisch von den Benediktinermönchen der Abtei Senones.
Im Jahr 1883, bei einer großen Diözesanerhebung, zählte La Broque 2.250 Katholiken, 220 Protestanten und 15 Juden. Die Osterbeichten beliefen sich auf 1.450 bis 1.500.
« Wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen! »Psalm 133, 1
Liste erstellt nach dem Konsekrationsheft von 1961. Die Daten vor 1807 sind lückenhaft, außer für die Seelsorger, die in bestimmten Akten erwähnt werden.
Geboren im Jahr 1910, trat Lucien Friederich bereits mit 11 Jahren in das Kleine Seminar der Kamillianerpater in Exaerde (Belgien) ein. Im Jahr 1925 wechselte er zum Großen Seminar in Tournai. Im folgenden Jahr erkrankte er an Kinderlähmung, die eine Lähmung der unteren Gliedmaßen verursachte — eine Prüfung, die er überwand, um Ende 1927 sein Studium wieder aufzunehmen.
Am 22. September 1934 in Straßburg von Bischof Ruch zum Priester geweiht, durchlief er eine abwechslungsreiche Laufbahn: Lehrer in Exaerde, Kaplan in Erstein, Lehrer in Faverney (Haute-Saône, 1940), Pfarrer in Jasney und Anjeux (1943), dann Rückkehr ins Elsass 1945 als Pfarrer in Thal.
Er kam am 7. Oktober 1951 nach La Broque.
Pfarrer Friederich hatte ein charakteristisches Kennzeichen, die Nummer 500, das er beim Fahrzeugwechsel beibehielt, sodass dieses Nummernschild zu seiner Erkennungsmarke wurde und alle darüber schmunzelten.
718 Taufen · 253 Eheschließungen · 432 Sterbefälle
720 Glaubensbekenntnisse · 694 Erstkommunionen · 638 Firmungen
Verstorben am 17. Juni 1995 im Pflegeheim. Beerdigung am 21. Juni.
Gegründet am 15. September 1697 am Ort La Broque, im geistlichen Bezirk der Abtei Senones, vor dem hochwürdigen Pater Jean de Sainte Rose, Prediger. Die Gründungsurkunde, noch heute erhalten, nennt die Namen zahlreicher Familien der Pfarrei: Marchal, André, Sayer, Jacques, Adam, Brignon, Marquaire, Arnould, Helin, Hognon, Jacquot, Halvic, Bertrand, Julliot…
Die Rosenkranzbruderschaft ist die älteste dokumentierte Pfarrinstitution von La Broque.
« Im Jahr eintausendsechshundertneunundneunzig, am fünfzehnten September, am Ort LA BROQUE [...] erschienen der Sieur Joseph THOMAS, Ordensmitglied der Abtei SENONES, Priester und Pfarrer von LA BROQUE [...] welche [...] den hochwürdigen P. Jean de Ste Rose [...] demütig baten, in dieser Kirche der Ste Libaire, ihrer Patronin, die besagte Bruderschaft Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz mit allen ihren Rechten, Gnaden, Privilegien, Ablässen und Plenary-Indulgenzen zu errichten und einzusetzen. »
Offiziell beim Gericht eingetragen unter dem Namen „Cercle catholique des jeunes gens — Aloysia — La Broque". Erster Vorsitzender: Joseph Schreyeck; Schriftführer-Kassierer: Robert Supper. Angegliedert an den Verband Avant-Garde du Rhin (AGR, Straßburg).
Aktivitäten: Musik, Schießen, militärische Vorbereitung, Theater, Tischtennis, Majoretten… Zwei prägende Persönlichkeiten: Pfarrer Antoine Halbwachs (1923–1951, geistlicher Leiter) und Kommandant Frickert (Ehrenvorsitzender, im Feld gestorben 1929, Leichnam am 11. November nach La Broque überführt).
Im Jahr 1940, als die Deutschen den Vereinssaal beschlagnahmten, versteckte Robert, Sohn von Louis Kern, die Vereinsfahne im Glockenturm der Kirche. Er fiel an der Ostfront und der genaue Versteck der Fahne ist bis heute unbekannt.
Der Pfarrchor, bei der Konsekration von 1961 aktiv unter der Leitung von Jules Longhi und mit Organistin Irma Silet, wirkte auch bei der Einweihung des Glockenturms 1984 mit. Er belebt weiterhin die großen Pfarrfeste.
Im Jahr 1808 gegründet, vereinte diese Bruderschaft die jungen Mädchen der Pfarrei. Sie ist bei der Diözesanerhebung von 1883 noch aktiv.
In La Broque wie in vielen Kirchen war der „Suisse" (oder nüchterner: der Küster) jene beeindruckende Gestalt in Uniform mit Hellebarde (oder Stabknauf), die den materiellen Dienst und die Ordnung beim Gottesdienst sicherstellte. Die Pfarrei hatte zwei bekannte Kirchendiener:
Doch La Broque hatte eine einzigartige Besonderheit: Am Fronleichnamsfest wurde dem Kirchendiener ein uniformierter Junge zur Seite gestellt, der als „petit-suisse" (kleiner Kirchendiener) bezeichnet wurde — eine Funktion, die jedes Jahr rotierend vergeben wurde.
« Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend andere; ich stehe lieber an der Schwelle des Hauses meines Gottes als wohne ich in den Zelten der Frevler. »Psalm 84, 11
Ein historisches Ereignis für die Pfarrei
Samstag, 28. Oktober: Empfang der Reliquien, Prozession zum als Oratorium umgestalteten Vereinshaus. Um 17 Uhr erster Teil der Konsekration durch Bischof Léon Neppel, Generalvikar. Um 19 Uhr nächtliche Vigil zur Verehrung der Reliquien bis Mitternacht.
Sonntag, 29. Oktober um 8.30 Uhr: Prozession und Translation der Reliquien; zweiter Teil der Konsekration durch Bischof Jean-Julien Weber, Bischof von Straßburg. Um 10.15 Uhr: Pontifikalamt.
Gesangsdienst durch den Pfarrchor und die Seminaristengruppe des Scholastikats der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu (Pères d'Issoudun), unter der Leitung von Jules Longhi. Organist: M. Maurice Durand (Organist in Russ).